Die Baustelle als Innovationspool?
Konstruktive Optimierung zwischen Wissen und Können – Die Großbaustelle Eremitage Sankt Petersburg um 1840
Dipl.-Ing. Bernhard Heres und Prof. Dr.-Ing. Werner Lorenz, Lehrstuhl für Bautechnikgeschichte und Tragwerkserhaltung der BTU Cottbus
Nach dem verheerenden Brand des Winterpalastes im Dezember 1837 wurden sämtliche Bauten der ehemaligen kaiserlichen Residenz in St. Petersburg, die heute vereinfachend unter dem Namen Eremitage zusammengefasst werden, mit neuen, vermeintlich "feuersicheren" eisernen Tragstrukturen versehen. Die "Großbaustelle Eremitage" war mit hoher Wahrscheinlichkeit das teuerste kaiserliche Bauvorhaben der Zeit. Gekennzeichnet durch unvergleichliche Ausmaße, große Vielfalt und unterschiedliche konstruktive "Handschriften", stellen die damals entwickelten Dach- und Deckentragwerke ein für die Bautechnikgeschichte höchst aufschlussreiches Ensemble zum Verständnis der Frühgeschichte des europäischen Stahlbaus dar.
Knapp zehn Jahre lang währte der Bau, geprägt durch Herausforderungen, kühne Wagnisse und dramatische Einstürze. In Konzeption und Realisierung der heute oft fremdartig anmutenden, damals noch weitgehend neuartigen Stahltragwerke begegneten sich junge Ingenieurwissenschaft, frühindustrielle Fertigung und handwerkliche Montage: Die Baustelle wurde zum Ort konstruktiver Optimierung zwischen Wissen und Können.
| Datum | Zeit | Ort |
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| Do., 24. Mai 2012 | 17.30 Uhr | Vortragssaal, 4. OG |
Reihe Praktiken und Potentiale von Bautechnikgeschichte mit den VDI-Arbeitskreisen Technikgeschichte (Leitung: Dr.-Ing. Karl-Eugen Kurrer und Dr. phil. Stefan Poser) und Bautechnik (Leiterin: Dr.-Ing. Hilka Rogers) sowie dem Lehrstuhl für Bautechnikgeschichte und Tragwerkserhaltung der BTU Cottbus (Leiter: Prof. Dr.-Ing. Werner Lorenz)
