Stationen der Rohzuckerfabrik Nauen bei Berlin, Diorama um 1920
Entladung der Zuckerrüben: Ein starker Wasserstrahl schwemmt die Rüben von den Fahrzeugen
Kunstvolle Schaukästen
Dioramen sind Schaukästen, bei denen Figuren oder Szenen vor einem gemalten Hintergrund präsentiert werden. Durch die kunstvolle Darstellung entstehen detaillierte räumliche Abbildungen der Wirklichkeit.
Diese Diorama-Serie, die aus 14 Schaukästen (je 65 x 70 x 30 cm) besteht, zeigt anschaulich die einzelnen Arbeitsvorgänge in einer Zuckerfabrik. Sie beginnt mit der Darstellung der Fabrik aus der Vogelperspektive und endet mit dem Abfüllen des getrockneten Zuckers in Säcke.
Sudmaischen: Die Temperatur sinkt, die Zuckerkristalle wachsen.
Die plastischen Einbauten der ausgeschnittenen und bemalten Figuren, Geräte und Maschinen stellte der Künstler Franz Richter aus Pappe her.
Richter hat sich für seine Arbeit am realistischen Vorbild der Zuckerfabrik Nauen orientiert.
Einsacken: Nach der Trennung des Sirups von den Kristallen wird der getrocknete Zucker in Säcke gefüllt.
Kostbares Ensemble
Das Diorama wurde für die Ausstellung "Die Ernährung" (5.5.-12.8.1928) von dem Nauener Zuckerfabrikanten Fritz Harney beauftragt. Harney wollte den Ausstellungsbesuchern den wissenschaftlich-technischen Vorgang der Zuckergewinnung anschaulich vermitteln.
Die speziell für Ausstellungen angefertigten Arbeiten wurden nach dem Ende einer Messe häufig vernichtet. Umso kostbarer ist daher dieses noch vollständig erhaltene Diorama. Es wurde 1968 wiedergefunden und vor dem Verlust gerettet. Seit der Wiedereröffnung des Zucker-Museums im September 1989 ist die Diorama-Serie faszinierender Bestandteil der Dauerausstellung.
