Eingangsgebäude
Die Gebäude der Markt- und Kühlhallengesellschaft in der Trebbiner Straße 5/6 um 1908, im Vordergrund Pferdewagen mit Eis.
Die Markt- und Kühlhallengesellschaft von Carl Linde
Das derzeitige Eingangsgebäude des Museums in der Trebbiner Strasse hat im Wortsinn eine lebendige Vergangenheit:
Das Haus aus rotem Backstein mit den zwei Innenhöfen wurde um 1908 als Wohn-, Fabrik-, Pferdestall- und Verwaltungsgebäude der Markt- und Kühlhallengesellschaft von Carl Linde errichtet.
Diese heute noch in der Kältetechnik und Flüssiggasproduktion weltweit bekannte Firma stellte damals Stangeneis für die Kühlung von Nahrungsmitteln her, das mit Pferdewagen in die Stadt transportiert wurde. In den 1920er Jahren erfolgte die Umstellung des Eistransports auf Automobile.
Pferdetreppe und “Krankenstall”
Die Pferdefuhrwerke und später die Automobile wurden im Erdgeschoss, wo sich jetzt die Historische Werkstatt befindet, “geparkt”. Die kranken Pferde kamen in den “Krankenstall” im zweiten Hof, die anderen gingen über die erhaltene Pferdetreppe in die Pferdeställe im ersten und zweiten Stock. In der Ausstellung zur Papiertechnik kann man den ehemaligen Stall mit den Trögen und Halteringen für die Pferde noch gut erkennen.
Zentraler Ausgangspunkt für das Museum
In den 1950er Jahren verlor das Gelände mit dem angrenzenden Anhalter Güterbahnhof und Bahnbetriebswerk zunehmend seine Funktion. In dem gut erhaltenen Backsteingebäude gab es noch Büros der Markt- und Kühlhallengesellschaft sowie Wohnungen.
Auch der Förderverein des Museums hatte hier sein erstes Domizil.
Seiner Arbeit ist es zu verdanken, dass das Eingangsgebäude ab 1980 zum ersten Ausstellungs- und Verwaltungsgebäude des in Planung befindlichen Technikmuseums umgebaut wurde. Im Dezember 1983 konnten die ersten Ausstellungsbereiche auf ca. 1900 qm eröffnet werden, 1984 folgte die Bibliothek.
Erschließung weiterer Ausstellungsräume
Mit der ersten großen Erweiterung 1985 wurde die Ausstellungsfläche wesentlich vergrößert und der Übergang zu den Lokschuppen geschaffen.
Heute erschließen sich über das rote Haus in der Trebbiner Straße auch die beiden Lokschuppen mit dem Beamtenhaus, der Museumspark, die Historische Brauerei und der Neubau.
