Geschichte
Institut für Zuckerindustrie in der Amrumer Str. Rückwärtige Gebäudeansicht, vor 1910.
Das Institut für Zuckerindustrie
Am 1. September 1850 schlossen sich 115 Zuckerfabriken in Magdeburg zur Gründung des heute noch bestehenden Vereins der Zuckerindustrie zusammen. Im Jahre 1867 errichtete der Verein in Berlin ein erstes Forschungs- und Ausbildungslaboratorium.
Nach zwei Standortwechseln konnte dann 1904 ein eigenes "Institut für Zuckerindustrie" in der Amrumer Straße 32 in Berlin-Wedding eröffnet werden.
I. Damenkurs aus dem Jahre 1901 unter der Leitung von Prof. Herzfeld, noch in der Invalidenstraße 42.
Unter seinem damaligen Direktor Alexander Herzfeld baute das Institut schnell seine nationale und internationale Bedeutung aus und wurde zu einer der wichtigsten Forschungsstätten im Bereich der Zuckertechnologie.
Der von Herzfeld schon im Jahre 1901 initiierte "I. Damenkursus zur Ausbildung von Zucker-Chemikerinnen" war eine besondere Pionierleistung: der Anfang eines planmäßigen Angebots zum Frauenstudium in Berlin. Zwischen 1901 und 1923 wurden in 19 Kursen insgesamt 295 Teilnehmerinnen geschult.
Blick in das große Laboratorium im Wintersemester 1906/07
Das Zucker-Museum
Schon zur Eröffnung des Zuckerinstituts im Jahre 1904 erhielt das Zucker-Museum einen eigenen Raum im Institutsgebäude. Hier werden bis heute wichtige Exponate zur Zuckergeschichte präsentiert.
Nach 1945 kam das Institut zusammen mit dem Zucker-Museum in den Besitz des Landes Berlin und wurde 1978 von der Technischen Universität Berlin übernommen. 1988 wurde das Zucker-Museum ein eigenständiges Landesmuseum und konnte 1989 seine Wiedereröffnung mit einer zeitgemäßen Neupräsentation feiern. Bis dahin war es nur Fachbesucherinnen und –besuchern zugänglich; seither steht es einem breiten Publikum offen.
Seit 1995 gehört das Zucker-Museum zur Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin.
Landwirtschaftlicher Wissenschaftspark
In unmittelbarer Nachbarschaft zum Museumsstandort entstand ab 1891 ein moderner Wissenschaftspark. Vergleichbare zentrale "Vereinslaboratorien" der Lebensmittelproduktion wie Getreidetechnologie, Braugewerbe und Spiritusfabrikation nahmen ihre Arbeit an der benachbarten Seestraße auf. Das gesamte Areal bildete zugleich die technische Abteilung der Landwirtschaftlichen Hochschule zu Berlin.
